Der innere Schweinehund

Und wiedereinmal gibt es einen Artikel von mir auf der Seite fitnesswelt.de.

Thema diesmal:

Es ist jederzeit möglich, den inneren Schweinehund zu vertreiben

Die meisten Menschen wissen, was ihnen gut tun würde. 60-80% der Deutschen wären gerne sportlich aktiver.

Freilich hapert es an der Umsetzung. Kaum mehr als jeder Zehnte schafft es, diesen Vorsatz auch dauerhaft zu verwirklichen. Eine Veränderung im Lebenswandel ist harte Arbeit. Das aber macht sich kaum jemand bewusst, weshalb dem Vorsatz oft das Scheitern an den überzogenen Erwartungen folgt.

Ein weiterer Stolperstein ist mangelnde soziale Unterstützung. Ohne Zuspruch aus dem Umfeld gelingt es den meisten Menschen nicht, eine neue Identität als Sport-treibender zu entwickeln. Frauen brauchen vor allem den Rückhalt ihrer Familie oder ihres Partners.

Ein wichtiger Faktor ist auch die sogenannte „Selbstwirksamkeitsüberzeugung“. Viele Menschen wünschen sich zwar ein Leben mit Sport, trauen es sicher aber nicht zu. Es mangelt ihnen an einer Vorstellung von sich als sportlichem Menschen.

Wer von klein auf gelernt hat, sich nicht von seinen Zielen abbringen zu lassen, dem fällt es auch später leichter, Vorsätze zu verwirklichen. Mit zunehmendem Alter wird es deutlich mühsamer, sich Beharrlichkeit anzutrainieren.

Den inneren Schweinehund einsperren geht so

Am besten funktioniert dabei das Prinzip der kleinen Schritten:

  • lieber fünf Minuten joggen, als gleich den Marathon anvisieren
  • Niederlagen zulassen und nicht sofort beim ersten Rückfall aufgeben
  • Ziele konkret definieren (wann, wo, wie) und auch visualisieren (z.B. Foto einer schönen Laufstrecke am Kühlschrank)
  • ein wichtiger Erfolgsfaktor ist Geduld

Die meisten Menschen benötigen vom Wunsch nach Veränderung bis zur gelebten Wirklichkeit fünf, mitunter gar sechs Anläufe. Denn es dauert lange, bis sich alte Denkmuster aufgelöst haben und ein verändertes Verhalten neue neuronale Verbindungen hervorbringt und allmählich festigt.

Der Sport muss im Alltagsleben letztendlich ebenso selbstverständlich werden wie das Zähneputzen. Gleichzeitig sollte er auch mit einer neuen emotionalen Sinnebene verknüpft werden. Der Verstand weiß zwar um die positiven Wirkungen von Sport. Der Bauch bremst allerdings, weil er daran erinnert, wie angenehm etwa ein Fernsehabend ist.

Wir müssen also neue Erfahrungen mit neuen Gefühlserlebnissen sammeln, etwa einem Lauf in der Sonne über schneebedeckte Wiesen.

Kurzum: Siegen beginnt im Kopf, fürs Durchhalten aber ist auch der Bauch zuständig.


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