Antje liest

Lieber Besucher,

ich liebe Bücher. Gerne lasse ich Dich an meinen Leseaktivitäten teilhaben. Vielleicht inspiriert Dich das ein oder andere Werk.

„Du öffnest die Bücher und sie öffnen dich.“ Tschingis Aitmatov

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JETZT – Die Kraft der Gegenwart“ von Eckhart Tolle

Der spirituelle Lehrer Eckhart Tolle wurde 1948 in Deutschland geboren, wo er auch seine ersten Lebensjahre verbrachte. Nach dem Studium in London arbeitete er im Bereich Supervision an der Universität Cambridge, bevor ihn mit 29 Jahren ein spirituelles Erlebnis völlig veränderte und zu einer grundlegenden Wandlung seines Lebens führte. Er begann seine Erfahrungen mit anderen zu teilen und spirituelle Weisheiten zu lehren, bevor er mit dem Buch „Jetzt – die Kraft der Gegenwart“ seine Gedanken einer weltweiten Öffentlichkeit zugänglich machte. Sein Motto: Ja, es gibt einen Weg heraus aus dem Leiden, der direkt zum Frieden führt. (Text von amazon.de)

Mich fasziniert der Gedanke, dass es den Begriff „Zeit“ gar nicht gibt. Das ist so abstrakt, dass es mein Verstand nur sehr schwer greifen mag. Wir sprechen doch die ganze Zeit von „gleich, nachher, morgen, eben, gestern, bald…“. Und da soll es keine Zeit geben? Irgendwie bilden wir uns ein, dass wir die Zeit beeinflussen können. Naja, zumindest die Zukunft.

Unser Verstand liebt es, zwischen Vergangenheit und Zukunft zu springen. Wir ärgern und über vergangene Geschehnisse und Entscheidungen. Ach hätte ich doch. Unsere Gedanken kreisen permanent und wühlen die Vergangenheit immer und immer wieder auf. Und doch können wir uns noch so sehr anstrengen, vorbei ist vorbei. Auf Ewig.

Wenn wir nicht mit der Vergangenheit beschäftigt sind, dann eben mit der Zukunft. Das muss ich noch erledigen. Morgen mach ich das und das. Hoffentlich passiert nichts Schlimmes. Wir machen uns Sorgen und Gedanken über Ereignisse, die noch nicht passiert sind. Wir glauben heute entscheiden zu müssen wie wir in einer zukünftigen Situation agieren werden. Aber das geht nicht! Meistens kommt die Situation dann doch ganz anders und alle Vorplanung wird über Bord geworfen.

Was uns aber so richtig schwer fällt, ist im HIER & JETZT zu sein. In diesem Augenblick. Ganz bewusst. Ganz achtsam. Gut klappt es, wenn wir mit etwas beschäftigt sind, dass uns völlig vereinnahmt und/oder Begeisterung bei uns auslöst. Bei mir z.B. wenn ich Saxophon Unterricht habe. Ich habe gar keine Chance, mal kurz an etwas anderes zu denken. Oder wenn ich beim Kochen ein neues Rezept ausprobiere und konzentriert lesen muss. Oder wenn ich ein neues technisches Gerät habe und die Anleitung studiere. Oder ich mit meinem kleinen Hund spiele.

Jeder kennt diese Momente. Sorgen wir dafür, dass sie mehr und mehr werden. Denn nur der Augenblick zählt. Und nur den kann ich wirklich beeinflussen und gestalten. Alles andere liegt außerhalb meiner Macht!

Mit fällt dazu eine schöne Gesichte aus dem Buddhismus ein:

Ein Schüler fragte einmal seinen Meister, warum dieser immer so ruhig und gelassen sein könne.

Der Meister antwortete: „Wenn ich sitze, dann sitze ich. Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich ….“

Der Schüler fiel dem Meister in Wort und sagte: „Aber das tue ich auch! Was machst Du darüber hinaus?“

Der Meister blieb ganz ruhig und wiederholte wie zuvor: „Wenn ich sitze, dann sitze ich. Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich ….“

Wieder sagte der Schüler: „Aber das tue ich doch auch!“

„Nein“, sagte da der Meister. „Wenn Du sitzt, dann stehst Du schon. Wenn Du stehst, dann gehst Du schon. Wenn Du gehst, dann bist Du schon am Ziel.“