Abnehmen mit Vollwertkost

Kann man mit der Vollwertkost abnehmen?

Von einem lieben Menschen bekam ich die nachfolgende Nachricht. Es ist ein Thema, das mir seit Jahren tagtäglich begegnet.

Deshalb denke ich, dass meine Antwort auch andere interessieren wird.

Frage:

Hallo Antje.
Ich bin in den letzten Jahren von Diät zu Diät gesprungen. Habe im Jahr 2000 – 2001 auch fast 30 kg mit Trennkost abgenommen. Die halte ich auch so +/- 5 kg. Nun kam noch Metabolic Balance, Low Carb, Dukan ect. dazu. Kurzfristig geht das alles, efüllt mich aber nicht.

Ich möchte nur noch so 5 kg runter und dann einfach gesund leben, ohne an Diät zu denken.

Kann man mit der Vollwertkost tatsächlich abnehmen? Ich habe jetzt vor 1 Woche angefangen und die Regeln zu 80 % befolgt. Komme damit gut klar und es geht mir auch besser, als keine KH zu essen. Ich könnte mir dieses Modell langfristig sehr gut vorstellen, habe aber immer noch Angst, durch die Kohlenhydrate wieder zuzunehmen. Bei mir hängt es eigentlich nur am Bauch und an den Hüften.

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Die gute Nachricht vorweg: JA, man kann mit der Vollwertkost abnehmen. Sehr gut sogar.

Das typische Merkmal von Diäten ist, dass über kurz oder lang ein Mangel an bestimmten Nähr- und Vitalstoffen entsteht. Das führt dazu, dass Diäten nur über einen kurzen Zeitraum durchgeführt bzw. durchgehalten werden können. Die Umsetzung ist oftmals nicht alltagstauglich. Zu streng sind die Vorgaben, sich an Pläne oder das Zählen von Kalorien und Punkten zu halten.

Eine gesunde Ernährung ist ein Leben lang durchführbar und enthält alle lebensnotwendigen Stoffe. Sie ist vielseitig und abwechslungsreich. Sie ist leicht zu verstehen und im Alltag gut umsetzbar. Sie berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse des Menschen. Sie schmeckt, macht satt und glücklich 🙂

Die „Vitalstoffreiche Vollwertkost“ nach dem Ganzheitsarzt Dr. Max-Otto Bruker folgt dem Prinzip „Qualität statt Quantität“ und dem Grundsatz „Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich.“.

Die These der Vollwertkost ist, dass in den Lebensmitteln, die die Natur uns schenkt, die regional und saisonal wachsen und auf möglichst natürliche Weise (biologisch) angebaut werden, alle Wirkstoffe enthalten sind, die wir zur Gesundherhaltung brauchen. Die im freien lebenden Tiere machen es uns vor. Typische Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Zahnprobleme, rheumatische Erkrankungen oder eben die Stoffwechselstörung „Übergewicht“ sind bei ihnen nicht sichtbar. Im Übrigen auch nicht bei sog. Naturvölkern, also Menschen, die noch eng in Verbindung mit der Natur leben.

Genauso wie wir zum Bau eines Hauses verschiedene Baumaterialien benötigen und diese in ausreichender Menge, so ist auch unser Körper darauf angewiesen, dass wir ihm alle Materialien für die zich-Millionen Prozesse, die parallel ablaufen, über die Nahrung zur Verfügung stellen. Von Luft und Liebe alleine können wir nicht überleben.

Wenn wir uns diese Baumaterialien (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Enzyme, Fettsäuren, Ballaststoffe) über einen langen Zeitraum (mindestens 20-30 Jahre) vorenthalten, sind unsere Vorratskammern ausgeschöpft. Wir gelangen in ein Defizit. Unser Körper muss unsere eigene Substanz angreifen (z.B. die Kalziumvorräte in Knochen und Zähnen). Langfristig können die Prozesse nicht mehr richtig ablaufen. Dann kommt es z.B. zu einer Stoffwechselstörung, d.h. die Stoffe, die wir über die Nahrung zu uns nehmen, können im Körper nicht richtig umgebaut oder abgebaut werden. Und das wiederum führt zu großen Müllbergen, die wir u.a. auch als Fettpölsterchen kennen.

Wenn wir das Übergewicht nur mit einer Diät „bekämpfen“, denken wir zu kurzfristig und oberflächlich. Die dahinterliegende Störung, die Wurzel allen Übels, wird damit nur verschlimmert, erst recht nicht behoben. Doch nur wenn wir die Ursache beheben, kann eine langfristige Verbesserung/Heilung möglich werden.

Je nachdem wie lange die Stoffwechselstörung / das Übergewicht schon besteht kann es eben auch länger dauern, bis wieder ein Normalgewicht erreicht ist. Seltsamerweise lassen wir uns Jahre und Jahrzehnte Zeit, um an Gewicht zuzulegen und loswerden wollen wir es am liebsten in 1 Monat. Liebe Menschheit, das geht nicht! Und das ist alles, nur nicht gesund!

Konkret heißt das: Übergewicht ist eine Stoffwechselstörung, die aufgrund eines Vitalstoffmangels entsteht. Die Lösung liegt in einer lebenslangen „Vitalstoffreichen Vollwertkost“, die den Körper aus seinem Mangel rausholt und neue Vorräte ansammelt.

Diese Lebensmittel versorgen den Körper mit Vitalstoffen:

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  • Frisches, rohes Obst und Gemüse / Salate
  • Nüsse & Saaten (Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Leinsamen…)
  • Unerhitztes Getreide (Getreidekörner frisch geschrotet oder geflockt)
  • Native Öle (Olivenöl, Sonnenblumenöl, Kürbiskernöl, Leinöl usw.)
  • Natürliche Fette (Butter, Sahne, Schmand)
  • Kaltgeschleudeter Honig
  • Wasser, nicht-aromatisierter Tee

Diese Nahrungsmittel reichen zur Gesundherhaltung alleine nicht aus, schaden aber auch nicht zusätzlich (Risiko kann beim Überverzehr von tierischem Eiweiß bestehen):

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  • Vollkornprodukte erhitzt
  • Gemüse/Obst erhitzt
  • Fleisch/Fisch erhitzt
  • Eier gekocht/gebraten
  • Käse, Joghurt, Quark, Frischkäse natur

Diese Nahrungsmittel schaden dem Körper, rauben Vitalstoffe und machen langfristig dick und krank:

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  • Haltbargemachte / konservierte Produkte, z.B. Dauerbackwaren, Obst-/Gemüse aus dem Glas oder aus der Dose, Babynahrung, H-Milch/Sahne, Wurst, Fisch aus der Dose, Schulkakao, Obst- und Gemüsesäfte abgepackt
  • Sämtliche Produkte mit Fabrikzucker, Süßstoffen und anderen künstlichen Zuckerstoffen (auch Stevia!)
  • Sämtliche Produkte aus Auszugsmehl (Weißmehl)
  • Künstliche / Fabrikfette, z.B. Margarine, erhitzte Öle, Palmin
  • Kunstprodukte / Präparate, die so in der Natur nicht vorkommen, z.B. Milchpulver, Eigelb aus dem Tetrapack
  • Kunstgetränke, z.B. Cola, Fanta, Red Bull
  • Alkohol
  • Snacks & Süßigkeiten
  • Nahrungsergänzungsmittel, Vitaminpräparate
  • Fruchtjoghurts & Co.
  • Fast Food
  • Fertigprodukte
  • Tütensuppen & Co.
  • Aromastoffe, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, E-Nummern, Insektizide, Pestizide, eben alle künstlichen Chemikalien
  • Fleisch / Fisch / Eier / Milchprodukte aus der Massentierhaltung
  • Und noch vieles mehr…

Wenn wir uns diese Listen anschauen kommen wir ganz schnell zu dem Ergebnis, dass sich der durchschnittliche zivilisierte Mensch zu 85-90% aus dem 2. und 3. Segment ernährt. Der Anteil an echten, frischen, natürlichen Lebensmitteln ist verschwindend gering. Es herrscht ein absolutes Ungleichgewicht. Wir belasten immer und immer wieder die SOLL-Seite und kommen so Stück für Stück immer mehr ins Defizit. Es ist nur logisch, dass es irgendwann schief gehen muss!

Das Problem ist, dass es eben so viele Jahre dauert bis die ersten Ausfallerscheinungen, Funktionsstörungen, Symptome, Krankheiten auftreten. Wir erkennen die Zusammenhänge nicht. Letztendlich spielen wir tagtäglich Russisch Roulette mit unserer Gesundheit. Wir wiegen uns in Sicherheit, weil es uns HEUTE gutgeht. Wir haben keine Ahnung, dass sich im Körper schon längst etwas entwickelt. Wir überhören und übersehen die ersten Warnsignale. Und irgendwann ist es zu spät. Den Schaden dann zu reparieren ist sehr aufwendig, wenn nicht gar unmöglich. Viel klüger ist es, präventiv tätig zu werden und es gar nicht so weit kommen zu lassen.

Dafür sollten wir das Verhältnis umkehren und am besten täglich 2/3 frische, natürliche Lebensmittel essen, ergänzt um qualitativ hochwertige erhitzte Lebensmittel. Der Rest sollte wirklich nur Ausnahme sein – nicht die Regel! Je mehr ich für meine Gesundheit tun will, umso höher sollte der Anteil an frischen, natürlichen Sachen sein.

Es sei noch erwähnt, dass eine gesunde Ernährung immer die Basis sein sollte. Dennoch reicht sie alleine für eine allumfassende Gesundheit nicht aus. Meiner Meinung nach funktioniert Gesundheit nur mit einer ganzheitlichen Betrachtung aus:

  • Gesunder Ernährung
  • Ausreichend Bewegung
  • Regelmäßiger Entspannung
  • Mentaler Stärke / gesunder Seele / Spiritualität

Der Mensch ist eine Körper-Seele-Geist Einheit und verdient es, auf allen Ebenen Beachtung zu finden!

Wer noch Fragen hat oder Unterstützung bei der Umsetzung braucht, meldet sich gerne bei mir.

Ich selbst konnte bis vor 7 Jahren nicht kochen und habe mich von Konserven und Fertigprodukten ernährt. Ich habe alle Diäten durchgemacht und war in einer psychosomatischen Klinik mit einer Essstörung und Zuckersucht. Ich weiß also ziemlich genau wie es sich anfühlt. Und vor allem: wie man da wieder heile rauskommen.

Ich hab es geschafft – und ihr schafft es auch! 🙂

Eure Antje


2 Antwort auf Abnehmen mit Vollwertkost

  1. Ulla Kalis sagt:

    Hallo Antje, ich stimme dir in allem zu. Aber warum darf ich kein Stevia benutzen? Ich meine Blätter von der Steviapflanze. Trocknen und fein majlen, dann damit süßen. Oder meinst du damit Stevia Fertigsüße?
    Viele Grüße
    Ulla

    • Antje Brand sagt:

      Hallo Ulla,

      vielen Dank für Deinen Kommentar und Deine Frage. Das ist nämlich so eine Sache mit Stevia. Viele Jahre hast Du Stevia nur über Apotheken bekommen, bis sie 2009 legalisiert wurde für den Handel. Die Industrie freut sich, dass sie nun ein weiteres Süßungsmittel hat, das noch günstiger zu produzieren ist als der normale weiße Haushaltszucker.

      Die Pflanze kommt aus Südamerika. Was uns leider verschwiegen wird ist, dass sie dort von den Einheimischen verwendet wird, um die Fruchtbarkeit und damit Geburtenraten einzuschränken. Es gibt sogar Befürchtungen, dass sie krebserregend sein soll. Das alles ist nicht 100% nachgewiesen, macht mich aber sehr skeptisch. Ich möchte auch nicht Teil eines großen Versuchsprojektes sein.

      Fakt ist aber auf jeden Fall, dass wir die Pflanze importieren müssen. Was überhaupt nicht ökologisch sinnvoll ist und unter CO2 Gesichtspunkten erst recht keinen Sinn macht. Vor allem da wir ein tolles Süßungsmittel hier vor Ort haben: den Honig. Ich möchte lieber aufrufen, unsere heimischen Imker zu unterstützen und dieses tolle Naturprodukt zu essen (aber in Maßen!!!).

      Wenn man Stevia unbedingt verwenden will, dann liegst Du mit dem Blatt auf jeden Fall richtig. Das Pulver ist ein reines Chemieprodukt, ein Präparat, eine Konserve. Das hat mit der ursprünglichen Pflanze nichts mehr zu tun.

      Ich hoffe, ich konnte Dir helfen?!

      Lieben Gruß
      Antje

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