#4 Du isst zu viele Fabrikfette!

Das Wochenende liegt hinter uns und wir starten in eine neue Runde. Punkt 4 steht auf unserer Liste. Und damit kommen wir zum 3. Übeltäter – neben Fabrikzucker und Auszugsmehl.

Das Fabrikfett.

Machen Fette fett (Fett)?

Nein, um Himmels willen. Das lässt sich doch so pauschal nicht beantworten. So simple gestrickt ist unser Wunderwerk Körper nicht. Welch fatale Auswirkungen doch die Entdeckung (Erfindung?) der Kalorien hat! Da hat so ein kleines Fett ein bisschen mehr Energie als Kohlenhydrate und Eiweiß und schon wird es verteufelt. Die Industrie freut sich. Ein riesen Markt an schönen neuen Produkten ist entstanden.

Da wird die gute alte Butter verteufelt (Die im Übrigen die letzten 8.000 Jahr seit Entwicklung der Landwirtschaft super Dienste geleistet hat) und stattdessen werden Margarinen, Light- und fettreduzierte Produkte hochgelobt. Der Wahnsinn hat ein Gesicht.

Haben wir uns wirklich so weit weg von unserem Ursprung und Instinkt entfernt, dass wir uns nicht mehr trauen, Walnüsse oder Avocados zu essen? Pfui Sahne und Schmand? Dank Teflon fettfreies Braten in der Pfanne. Und alles nur wegen ein paar Kalorien mehr…

Achtung! Wichtige Info!

Der Körper braucht Fett!!!

Fette erfüllen lebenswichtige Aufgaben im Organismus, z.B. dienen sie als Energielieferanten und unterstützen den Aufbau der Zellmembran.

Egal welches Fett? NEIN! Auf die Qualität kommt es an!

Wir unterscheiden natürliche Fette von Fabrikfetten.

Natürliche Fette heißen natürliche Fette, weil sie in der Natur vorkommen und gar nicht bis minimal verarbeitet wurden. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob die Fette pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sind. Hauptsache naturbelassen. Dazu gehören vor allem:

  • Kaltgepresste (native) Öle
  • Nüsse, Kerne (Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne) & Saaten (Leinsamen, Sesam)
  • Avocados, Oliven
  • Butter, Sahne, Schmand & Co.
  • (Da ich nicht den Tierverzehr unterstützen möchte, verzichte ich hier auf die Nennung von Fleisch- und Fischsorten.)

Indem wir die Fette unverarbeitet essen, bleiben die wichtigen fettlöslichen Vitamine (E, D, K, A) und lebensnotwendigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren erhalten. Der Körper bekommt alles was er braucht.

Die ganze Panikmache von wegen „Übergewicht, Herzinfarkt, Cholesterin“ betrifft nicht die natürlichen Fette. Oder kennt ihr ein in der Natur freilebendes Tier, das diese Krankheiten aufweist? Ich hab zumindest noch kein fettes Eichhörnchen gesehen!

Was ist denn nun so doof an den Fabrikfetten?

Bei der Herstellung bzw. Veränderung werden die Fette vor allem enormer Hitze ausgesetzt. Dadurch verändern sich z.B. die ungesättigten Fettsäuren in gesättigte. Als schädliches Nebenprodukt entstehen trans-Fettsäuren (vor allem beim Frittieren und Braten). Sie verhalten sich im Körper ähnlich ungünstig wie gesättigte Fettsäuren (Schädigung von Herz und Gefäßen, Cholesterinwerte verschlechtern sich, höheres Diabetes-Risiko).

Bis 4 Gramm pro Tag besteht noch kein gesundheitliches Risiko. Je nach Ernährungsverhalten beträgt der durchschnittliche Verzehr allerdings 12 Gramm pro Tag. Ein hoher Anteil an trans-Fettsäuren ist vor allem enthalten in Pommes, Nuss-Nougat-Cremes, Keksen, süßen Riegeln, Kartoffelchips, Blätterteig, minderwertigen Margarinen u.ä.

Ganz ohne Mengenangabe kommen wir dann aber doch nicht aus.Wie mit Allem kommt es auf das richtige Maß an. Bei einer abwechslungsreichen Ernährung, bei der wir vor allem auch auf unser Sättigungsgefühl achten, brauchen wir keine Sorge haben, zu viel oder zu einseitig zu essen.

Für die, die es genau wissen wollen.

Wie viel Fett ist denn nun gut?

Etwa 80 Gramm Fett decken den täglichen Bedarf. Diese Menge sollte 1/4 der gesamten täglichen Zufuhr nicht überschreiten. Mindestens 1/3 des aufgenommen Fetts sollte aus „lebenden“ (mehrfach ungesättigten) Fetten bestehen.

Die tatsächliche Menge eines Durchschnittsbürgers liegt mit über 130 Gramm täglich weit über dem Bedarf.

Ein Mangel an fettlöslichen Vitaminen führt zu:

  • Untergewicht
  • verminderter Leistungsfähigkeit
  • Mangelerscheinungen

Das Fehlen essentieller Fettsäuren führt zu:

  • Hämaturie (Blut im Urin)
  • Veränderungen an Haut und Zellen
  • Zell- und Stoffwechselstörungen
  • Wachstumsstörungen
  • Fruchtbarkeitseinschränkungen

Ein Zuviel an Fett führt zu:

  • Fettsucht
  • Unerwünschter Erhöhung bestimmter Blutfettwerte
  • Erhöhter Bedarf an Vitamin E

Öliven und Öl serviert im Olivenhain

Schmierfett Margarine

Und für die, die schon immer mal wissen wollten, wie die leckere pflanzliche Margarine hergestellt wird, der bekommt hier die Anleitung (aus dem Chemiebaukasten):

  1. Extraktion (Herauslösen des Öls aus den Ölfrüchten mit Leichtbenzin)
  2. Raffination (Reinigungsverfahren in mehreren Stufen)
  3. Entlezithinisierung (Öl wird dünnflüssiger, Lezithin, welches wichtige Stoffwechselfunktionen erfüllt, wird entzogen.)
  4. Entschleimung (Durch Zugabe von Säurelösungen wie Phosphorsäure werden Harz- und Schleimstoffe, Trübstoffe, Eiweiße, Kohlenhydrate und Mineralstoffe ausgefällt.)
  5. Entsäuerung (Neutralisation des Öls mit Natronlauge, freie Fettsäuren, die für die Geschmacksveränderungen mitverantwortlich sind, werden entfernt)
  6. Bleichung / Entfärbung (Ölgemische werden entfärbt und vorhandene Schwermetallspuren mit verdünnter Phosphorsäure ausgeschwemmt)
  7. Vakuum Dampfdestillation (weiteres Entfernen von Schwermetallspuren)
  8. Fett-Reinstoff „tot“
  9. Umwandlung der ungesättigten Fettsäuren in gesättigte
  10. Verschiebung der Fettsäuren, Entstehung der trans-Fettsäuren
  11. Zusetzung: Carotin, Emulgatoren, künstliche Aromen, synthetische Antioxidantien, Konservierungsstoffe, synthetische Vitamine, Kartoffelstärke

Achso, der Vollständigkeit halber.

So wird Butter hergestellt:

  1. Milch wird gefiltert und gereinigt
  2. Zentrifuge trennt den Rahm von der Milch
  3. Pasteurisierung
  4. Butterung (nach ca. 3 Stunden)

Und so ein natives Öl:

  1. Saatreinigung
  2. Schneckenpressung ohne Wärme

Noch Fragen?

 


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