#3 Du isst zuviel Weißmehl statt Vollkorn.

Willkommen zu Punkt 3 unserer Serie „20 Gründe warum Du nicht abnimmst“.

In Punkt 1 haben wir auf die Fabrikzucker geschimpft. Zurecht! Wir nennen sie auch „denaturierte Kohlenhydrate„. Also Kohlenhydrate, die von ihrem ursprünglichen, natürlichen Zustand stark verändert wurden. In diese Gruppe müssen wir auch noch ein weiteres Nahrungsmittel ergänzen.

Das böse Auszugsmehl.

Der Fabrikzucker und das Mehl sind die beiden Produkte, die im Zuge der Industrialisierung (also der letzten 150-200 Jahre) am allermeisten verändert wurden. Und nicht nur das. Es sind auch die, die am allermeisten verzehrt werden. Ein Stück Kuchen zum Beispiel. Das ist fatal. Denn in beiden Fällen führen wir dem Körper Nahrung zu, die extremen Aufwand erfordert, um abgebaut werden zu können. Die aber selbst keinerlei oder nur äußerst wenige Vitalstoffe mitliefert. Also doppelter Aufwand. Blöd!

Ich hoffe, dass mit diesem Beitrag endlich die Diskussion aufhört, ob Kohlenhydrate pauschal gut oder schlecht sind. Es gibt keine pauschale Antwort! Es gibt Kohlenhydrate, die in der Natur vorkommen und unserem Körper sehr nützen (Vollkornprodukte, Gemüse, Obst). Und es gibt verarbeitete Kohlenhydrate, die unserem Körper extrem schaden (Auszugsmehl, Fabrikzucker, Alkohol).

Es geht nicht um die Quantität (Kalorien), sondern um die Qualität (Vitalstoffe).

Das volle Korn.

korni

Ein Getreidekorn besteht hauptsächlich aus 3 Komponenten:

  • Schale
  • Keim
  • Mehlkörper

Der Körper braucht alle 3.

  • Die Schale enthält z.B. Ballaststoffe, Mineralstoffe, Vitamine, Eiweiß.
  • Der Keim enthält Eiweiß, wichtige ungesättigte Fettsäuren und das enorm wichtige Vitamin B1.
  • Im Mehlkörper finden wir Eiweiß (Gluten) und Kohlenhydrate (Stärke).

Als sich im Zuge der Industrialisierung die Städte entwickelt haben, wurde der Wunsch immer größer, ein haltbares Mehl kaufen zu können. Fatalerweise entstand in dieser Zeit auch die Kalorienlehre und damit der Wandel von der Beurteilung nach der Qualität hin zur Quantität.

Nimmt man nur die Kalorien so gibt es keinen großen Unterschied zwischen Auszugsmehl und Vollkornmehl. Die sind ja alle im Mehlkörper.

Also ging man davon aus, dass auch nur der Mehlkörper wichtig sei. Keim und Schale unnötiger Ballast. In einem hochkomplexen Verfahren gelang es nun, Schale und Keim zu entfernen. Warum? Der Keim enthält Fett. Gibt man das Korn in die Mühle, bricht es auf. Sauerstoff kommt an das Fett. Es oxidiert. Nach ca. 2 Wochen sind fast alle Vitalstoffe weg, das Fett ranzig, das lebendige Produkt tod.

Ein Mehl, das nur 2 Wochen haltbar ist, nützt der großen Industrie nicht.

Schaut euch mal im Supermarkt um. Es gibt so viele Hunderte von Produkten, die mit Mehl hergestellt werden. Undenkbar sie mir frischem Vollkornmehl zu produzieren.

So entstand das Auszugsmehl, das nur noch ein Auszug vom vollen Korn war. Das „Abfallprodukt“ im Übrigen, genannt Kleie, wurde zur Viehfütterung eingesetzt. Inzwischen kann man Kleie auch im Supermarkt kaufen. Prima! Ein zusätzliches Produkt, das verkauft werden kann. Nutzt doch bitte lieber das volle Korn. Getreide ist Grundnahrungsmittel Nr. 1. Und daher wirklich günstig zu kaufen!

Warum nimmt man nicht ab mit Auszugsmehl?

Weil eben nicht die notwendigen Vitalstoffe mitgeliefert werden. Und noch schlimmer. Weil das Vitamin B1 im Keim nicht mehr vorhanden ist (Keim ist ja weg).

Vitamin B1 ist das Vitamin, das wir für den Kohlenhydratstoffwechsel brauchen. Immer wenn wir Kohlenhydrate essen, brauchen wir B1. Ganz simple.

Wenn wir also massenweise Fabrikzucker und Auszugsmehl essen, braucht der Körper massenweise B1. Kriegt er aber nicht. Braucht er aber. Und wenn er es über die Nahrung nicht bekommt, nimmt er es aus der Körpersubstanz. Und Stück für Stück können die Stoffwechselprozesse nicht mehr reibungslos ablaufen.

Gestörter Stoffwechsel = Müll(Fett)ablagerung = Übergewicht.

Der Bedarf an B1 pro Tag liegt bei 1,5 mg. Wir nehmen aber gerademal 0,8 mg auf. Sind also jeden Tag um knapp die Hälfte unterversorgt. Und das Tag für Tag. Jahr für Jahr. Wundert es da, dass der Körper irgendwann streikt?

Die Vollwertköstler unter uns kennen die geheime, simple Lösung:

Unser Frischkorngericht

FKB1

3 EL unerhitztes Getreide am Tag decken unseren B1 Bedarf.

Grundrezept:

  • 3 EL frisches Getreide, z.B. Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Hirse, Buchweizen (50 g) durch eine Getreidemühle, in einem Mixer oder in einer Kaffeemühle grob schroten.
  • Es ist zu Beginn auch möglich, sich max. 500 g Getreide im Bioladen schroten zu lassen und zu Hause jeden Tag davon 50 g zu nehmen. Das Getreide ist so nach 10 Tagen aufgebraucht.
  • Das gemahlene Getreide mit ungekochtem kaltem Leitungswasser zu einem Brei rühren und 5-12 Stunden stehen lassen (unbedeckt, nicht im Kühlschrank!).
  • Die Wassermenge wird so berechnet, dass nach der Quellung nichts weggegossen zu werden braucht.
  • Nach 5-12 Stunden verzehrfertig anrichten.
  • Zusatz von frischem Obst (je nach Jahreszeit, z.B. 1 Banane, 1 Apfel, 1 Pfirsich)
  • 1 TL Zitronensaft (frisch)
  • 1 Teelöffel Honig (nur manchmal, regelmäßig Honig kann Karies erzeugen)
  • 2 Esslöffel süße Sahne (geschlagen oder flüssig)
  • Geriebene Nüsse (oder Leinsamen, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne)
  • Am besten einen geriebenen Apfel hineinreiben und sofort untermischen bevor er braun wird. Der Apfel macht das Frischkorngericht besonders luftig und wohlschmeckend.
  • Zubereitungen mit Joghurt, Milch oder Sauermilch sollten vermieden werden, da diese Kombination bei Darmempfindlichen Unverträglichkeiten hervorrufen kann.
  • Es ist ohne Belang, zu welcher Tageszeit das Müsli genossen wird.

Hände weg von Fertigmüslis und Haferflocken.

Ich kann euch nicht empfehlen, Fertigmüslis oder auch Vollkornhaferflocken zu kaufen. Mal ganz davon abgesehen, dass meistens Zucker mit drin ist. Im schlimmsten Fall auch Konservierungs-, Farb- und Geschmackstoffe. Das Getreide muss ja irgendwie haltbar gemacht werden. Also entweder ist es Auszugsmehl oder das volle Korn wurde enormer Hitze ausgesetzt.

Alles was extrem erhitzt wird, stirbt. Die magische Grenze sind 42 Grad. Denk mal an ein Fieberthermometer. Ab 42 Grad bist Du tod. So auch jedes andere Lebewesen und auch jede Pflanze.

Willst Du einen lebendigen Körper haben, musst Du auch lebendige Nahrung essen!

Woran erkennst Du echtes Vollkornbrot & Co.?

Bei verpackten Lebensmitteln muss der Begriff Vollkorn dabei stehen. Roggenmehl reicht nicht. Das ist Auszugsmehl. Es muss Roggenvollkornmehl heißen.

Geh mal davon aus, dass Du in einer normalen Bäckerei kein echtes, frisches Vollkornbrot bekommst. Körnerbröchten sind keine Vollkornbrötchen!

Am besten Du gehst zum Biobauern oder in einen Bioladen. Dort bist Du gut beraten.

Noch besser: Du lässt Dir im Bioladen (oder mit eigener Mühle oder im Thermomix) das Getreide frisch mahlen und backst Dein Brot selber. Dann weißt Du was Du hast 🙂

Hier das absolut einfache Basic-Brotback-Rezept:

MOR_9879_klein

Zutaten:

  • 400 g Dinkel fein mahlen
  • 100 g Buchweizen fein mahlen
  • 80 g Leinsamen
  • 80 g Sesam
  • 80 g Sonnenblumenkerne
  • 2 TL Vollmeersalz
  • 2-3 EL Obstessig
  • 25 g Hefe
  • ½ l lauwarmes Wasser

Zubereitung:

  • Hefe in einem Teil der vorgegebenen Wassermenge auflösen. Alle Zutaten gründlich miteinander verrühren. Der Teig ist sehr weich! In eine gefettete Kastenform (Butter!) geben. Teigoberfläche mit nassen Händen glattstreichen und mit einer Blumenspritze mit Wasser besprühen.
  • 15 Minuten gehen lassen.

Backzeit:

  • In einem auf 220 Grad vorgeheizten Backofen ca. 1 Stunde. Brot aus der Form stürzen und auf einem Gitter abkühlen lassen.

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.