#13 Du isst, ohne nachzudenken (nebenbei)!

Schon komisch. Im Coaching höre ich von Übergewichtigen immer wieder die Aussage:

„Ich bin Genießer! Ich will mir nichts verbieten.“

Und dennoch befinden wir uns in einer Zeit, wo wir viel mehr nebenbei essen als es wirklich Gelegenheiten zum Genießen gibt.

Willkommen zu #13 unserer Top 20 Liste „Warum nehme ich nicht ab!“

Die Medaille hat 2 Seiten. Es ist schädlich, nebenbei zu essen, ohne nachzudenken. Genauso ist es aber auch umgekehrt gar nicht gut, zu viel übers Essen nachzudenken. Wie so oft führt der goldene Mittelweg zum Glück.

Wir hetzen durch unsere moderne, schnelle Welt ständig bemüht, Zeit zu sparen. Doch die Erfindung von Fortschritt und Technik beschert uns keineswegs mehr Zeit. Die scheinbar gewonnene Zeit füllen wir mit noch mehr Aufgaben. In der Bemühung, alle Aufgaben zu erfüllen, kommt oft das Essen viel zu kurz.

Unser Alltag hat weniger klare Strukturen als früher.

Ich erinner mich gerne daran, dass es bei uns in der Familie feste Zeiten für Frühstück, Mittag und Abendessen gab und wir uns gemeinsam am Essenstisch zusammengefunden, gegessen und erzählt haben. Bei uns gab es eine Esskultur.

Das ist heute leider nur sehr selten noch der Fall!

Wir wollen flexibel sein und in jeder Situation und zu jeder gewünschten Zeit essen können. Am besten – um Zeit zu sparen 🙂 – parallel zu anderen Tätigkeiten.

Das Frühstück verzehren wir auf dem Weg zur Arbeit. Das Mittagessen am Arbeitsplatz oder auf dem Weg zum nächsten Termin. Das Abendessen verzehren wir vor dem Fernseher. Speziell Singles neigen dazu, nebenbei zu essen. Alleine essen und Speisen nur für sich selbst zuzubereiten macht halt einfach keinen Spaß!

So verliert man den Überblick über seine Ernährung!

Lassen wir uns die Esszeiten nur noch fremdbestimmen, bedeutet das Kontrollverlust. Die Zwischendurch-Snacks verschleiern was und wie viel man eigentlich gegessen hat. Wer nicht mehr auf sein Hungergefühl achtet und bewusst seine Nahrung auswählt, sondern die Nahrungsaufnahme irgendwie in seinen Alltag reinpresst, der isst womöglich mehr, als ihm gut tut.

Übergewichtige unterschätzen oftmals die Menge, weil sie sich an die beiläufigen Nebenher-Snacks nicht erinnern können – oder sie verharmlosen. Im Coaching lasse ich 3 Wochen lang ein Esstagebuch führen. So gut wie immer sind meine lieben Kunden überrascht was sie eigentlich den ganzen Tag über essen – und trinken!

Den allermeisten fehlt eine Struktur im Essen.

Geschäftstermine werden geplant und vorbereitet. Aber doch bitte nicht das Essen. Ich nenne es gerne „ins offene Messer laufen„. Auf einmal ist der Hunger da, sogar sehr groß und dann muss SCHNELL Essen her. Dass das dann nur selten wirklich gesund ist, ist doch einleuchtend. Eine Ernährung auf diese Weise ist oft zu einseitig was wiederum zu einer Unterversorgung unseres Körpers mit wichtigen Stoffen (Vitalstoffen) führt.

Leider spielt das Essen nur noch eine untergeordnete Nebenrolle. Obwohl es die wichtigste Basis unserer Gesundheit ist!

Fatal ist es auch, wenn wir beim Fernsehen, vor dem PC, beim Zeitungslesen usw. essen. Wir lenken unser Gehirn so sehr mit anderen Sachen ab, dass wir gar nicht mitkriegen wie viel wir essen – und damit unser Sättigungsgefühl völlig überhören. Der typische Chips- und Schokoladeesser abends vor dem Fernseher weiß wovon ich spreche!

Zum Schluss nochmal zurück zum Genuss. Damit ein Snack beiläufig (Fast Food) konsumiert werden kann darf er die Sinne nicht übermäßig beanspruchen. Ein leichter Geschmack ist da besser geeignet als ein starker. Greifen wir zu Fertigprodukten statt zu frischen Zutaten stellen sich unsere Geschmacksnerven auf künstliche Aromen und Geschmacksstoffe ein. Mit natürlichem Genuss hat das nichts mehr zu tun.

Bevor ich vor mehr als 7 Jahren meine Ernährung umgestellt habe, habe ich selbst zu dieser Gruppe gehört. Und fand Fertigsuppen, Miracoli und Tiefkühl-Lasagne echt lecker. Heute kommen bei mir nur noch frische Zutaten auf den Tisch. Ich liebe es, Obst und Gemüse frisch vom Baum/Feld zu pflücken und mein Essen mit frischen Kräuter zu verzieren. Allein der Geruch von Fertignahrung erregt in mir Übelkeit.

Was ist die Lösung?

Wenn ich verstanden habe, dass die Art der Nahrungsaufnahme maßgeblich über meine Gesundheit und mein Wohlbefinden entscheidet (und das vor allem auf langfristige Sicht), dann räume ich ihr auch einen höheren Stellenwert ein. Dann verstehe ich auch, dass mein Essen mindestens genauso wichtig ist wie jeder Geschäftstermin und jede Verabredung – wenn nicht sogar wichtiger. Und dann berücksichtige ich in meiner Tagesplanung meine Mahlzeiten – und vermeide den Sprung ins offene Messer.

Ich bin heute froh und dankbar, dass mir mein gesundes Mittagessen neue Energie für die 2. Tageshälfte gibt. Und ich mich nicht wie früher nach einem schweren Kantinenessen durch den Nachmittag quäle!

Gib Deinem Körper was er braucht. Er wird es Dir danken und Dich freudig belohnen!

 

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2 Antwort auf #13 Du isst, ohne nachzudenken (nebenbei)!

  1. Hallo Antje, ich stimme Dir absolut zu. Leider werden viele Lebensmittel in schlecht oder gut kategorisiert und die „schlechten“ werden oft heimlich oder aus Trotz gegessen und im Nachhinein folgt dann das schlechte Gewissen. Essen und auch das Zubereiten von Speisen ist für Viele mühsam und mit wenig Freude verbunden. Mehr Achtsamkeit und Genuss beim Essen hilft die Signale des Körpers und die eigenen Bedürfnisse besser wahrzunehmen und entsprechend darauf zu reagieren. Ich empfehle die ersten drei Bissen einer Mahlzeit bewusst mit allen Sinnen wahrzunehmen und beim Essen das Besteck aus den Händen zu geben und erst nach dem Schlucken wieder aufzunehmen.
    genussvolle Grüße Daniela

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